Kommend von Rosenthal, einem stadteigenen Wohnmobilstellplatz, ging es nun Richtung Gilserberg.
Auf unserem Tagesziel stand: stillgelegter Streckenabschnitt B 3 und der legendäre Thomas-Imbiss.
Was für ein Abenteuer das werden würden, hatten wir vorher noch nicht geahnt …
Bundesstraße 3 bei Gilserberg
Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem wir unterwegs waren, wurde der B 3 zwischen Lischeid und Gilserberg eine neue Fahrbahndecke spendiert.
Und genau über diesen Streckenabschnitt wäre die original, bzw. alte B 3 anzufahren gewesen. Aber von wegen eine Spur, nein, Vollsperrung.
In Gilserberg fiel uns erstmal die Kinnlade runter, weil wir kurz vor unserem Ziel ausgebremst wurden. Mitte September wurde mit der Sanierung des 1,75 Kilometer langen Streckenabschnitts begonnen, wir haben das jedoch leider nicht mitbekommen. Schon weit vorher wurde die Sperrung angekündigt und mit sinnigen und unsinnigen Umleitungen auf die Umfahrung hingewiesen.
Die Odyssee „Stillgelegter Streckenabschnitt B 3“ begann
Wir wussten damals nicht so ganz genau, wo sich der Streckenabschnitt der alten B 3 befand und planten Gilserberg als Orientierungspunkt ein.
Von Rosenthal fuhren wir erstmal über Wohratal nach Halsdorf, um dort auf die Bundesstraße 3 zu gelangen.
Aber da war Richtung Gilserberg gesperrt.
Sabine führte uns irgendwo durch die Pampa, damit wir am nächst näheren Ort zum alten Streckenabschnitt herauskommen.
Es war Winterscheid, in dem natürlich auch gesperrt war.
Der Plan war von Gilserberg näher heranzukommen, weshalb es wieder eine längere Strecke über Stock und Stein und kleine Käffer ging, bis wir in Gilserberg ankamen.
Aber da war auch kein Durchkommen und langsam waren wir genervt, dass wir das für uns wichtige Etappenziel nicht erreichen sollten.
Sabine wollte schon aufgeben, aber ich konnte sie noch zu einem weiteren Versuch überreden.
Dem Uhrzeigersinn entgegen, fuhren wir wieder über Land, Stock und Stein und kleine Käffer, um dann auf die L3342 zu gelangen, die zumindest bis an die B 3 heranführte.
In Heimbach, dem kleinen Dorf vorher traf uns fast der Schlag, denn die Durchfahrt des Waldes war gesperrt: Baumfällarbeiten.

Kurz vor dem Ziel aufgeben?
Für Sabine die Option, denn sie hatte die Nase voll.
Verständlich.
Da uns ein Hüngerchen plagte, blieben wir am Waldrand stehen und genehmigten uns eine Kaffeepause, weil, danach schaut die Welt meist wieder etwas anders aus.
Derweil sondierte ich mittels Maps die nähere Umgebung und Strecke zur alten B 3.
Wie, jetzt noch durch den Wald querfeldein stapfen, nur um dieses lausige Stück Asphalt zu sehen?
Ja, genau das!
Schließlich hatten wir uns noch nicht die Beine vertreten und ein bisschen Bewegung kann nicht schaden.
Mit Engelszungen überredete ich meine Liebste, dass sie mit mir den Weg auf sich nahm.
Der Ehrgeiz hatte mich gepackt, auch, wenn ich vom Herumgekurve schon ziemlich platt war.
Ich, meines Zeichens selbsternannter Pfadfinder, führte uns über sprichwörtlich verschlungene Pfade durch den Wald.
Oben am Waldrand angekommen sah man die Waldarbeiter, die fleißig am Werkeln waren. Auf Anfrage bekamen wir die Auskunft, dass sie nur noch ein paar Minuten zu tun hätten, dann wäre die Straße wieder frei.
B 3 in Sichtweite
Egal, die Bundesstraße 3 war in Sichtweite, zumindest die neue Streckenführung.
Wir hatten noch einige Meter vor uns und kamen an einem interessanten, alten Gebäudekomplex vorbei. Alles verlassen, nichts rührt sich, nichts regt sich.
Der Komplex war ursprünglich als Strumpffabrik* gebaut und wurde in den 60er Jahren zur Jugendherberge umgebaut.
Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre wurde das Gebäude als Übersiedler-Wohnheim umgewidmet.
Seitdem steht das Gebäude leer und der Verfall nagt an der Substanz. Bis heute sucht das Anwesen einen neuen Eigentümer.
*Vielen Dank an das Bauamt Gilserberg für diese Information.

Endlich B 3, bzw. Spielstraße „Alte B 3“
Die neue Streckenführung wurde natürlich verkehrstauglicher gemacht, d.h. gerade in der horizontalen Ausführung.
Dazu schüttete man einen Wall auf, auf dem die neue Asphalt-Decke aufgebracht wurde. Der Teer war noch warm, als wir die Böschung nach oben kraxelten. Wir mussten uns sputen, denn dort oben war durch die Baustellenfahrzeuge ziemlich viel los.
Also Beine in die Hände genommen und rüber geflitzt. Doch wo ist nun dieser vermaledeite alte Teerstreifen zu finden?
Fast auf dem Hosenboden rutschend mussten wir auf der anderen Seite durch dichten Bewuchs wieder nach unten und da tat sie sich uns auf, die alte ehrwürdige B 3 in Originalzustand.
Wir fielen uns in die Arme und waren glücklich, diesen für uns wichtigen Etappen-Punkt nach den ganzen Strapazen gefunden und erreicht zu haben.
Die Strecke, soweit sie eben vorhanden war, abzuschreiten, musste selbstredend sein. Den Berg nach oben, gesäumt von Bäumen und Gesträuch, gingen wir bei bestem sonnigen Herbstwetter. Weiter oben soll es eine Grillhütte geben, wobei wir jetzt nicht wussten, ob man da etwas zu essen bekommt, oder dies nur ein Unterstand für Grillfreudig ist.




Grillhütte oder Kopulationsstätte
Die Grillhütte, oder was es ursprünglich einmal war, entpuppte sich als ruinöse Unterstellhütte, die von möglicherweise Jugendlichen als Kopulationsstätte genutzt wird.
Fleischliche Genüsse hatte es da wohl in jüngster Zeit genügend gegeben, allerdings in anderem Sinne. Zahlreiche gebrauchte Nahkampfsocken (Lümmeltüten, Verhüterli, präventiver Kautschukschlauch …) zeugten von einer regen Frequentierung dieses Unterstandes. Im Inneren der Hütte war es zudem schmutzig, Laub und Dreck zierten den Boden und auch ansonsten lud uns dieser Ort der Lust nicht gerade zum Verweilen ein. Wer hier dem Druck der Erotik nachgab, musste es schon sehr nötig haben. Sei’s drum …
Weiter ging es nach oben zum Ende der Strecke, an dem wir ein wenig die Aussicht in die Landschaft genossen, um anschließend wieder nach unten zu wandern.
Und jetzt hatten wir noch den legendären Thomas-Imbiss vor uns, vielleicht gibt es wenigstens hier etwas zur Stärkung.



Legendärer Thomas-Imbiss, wo bist du?
Bei der Recherche fiel uns ein Imbiss-Stand auf, der wohl bei vielen Fernfahrern und Vorbeifahrenden bekannt für seine exquisite Currywurst ist.
Den Ort konnten wir Dank Maps ausfindig machen, doch zu sehen waren nur Bau- und Bürocontainer.
Kein Hinweis im Netz auf Öffnungszeiten oder dass die Bude geschlossen ist, selbst bei der Thomas-Metzgerei, die den Stand betreibt, war nichts zu finden.
Für so ein legendäres Futterhäuschen ist das schon traurig, dass da nichts kommuniziert wurde.
Also gut, mussten wir eben auf die viel gerühmte Currywurst verzichten (und die auf uns) und den Rückweg mit knurrendem Magen antreten.

Trotz der vorherigen Strapazen genossen wir, dass wir dieses wichtige Etappenziel erreicht hatten.
Der Rückweg fiel uns leichter, da die Sperrung im Wald aufgehoben und der Weg kürzer und leichter begehbar war.
Erschöpft und hungrig gönnten wir uns eine kleine Brotzeit, denn der nächste Übernachtungsplatz wartete schon auf uns.
Diesmal wollten wir auf einem kleinen Stellplatz in Gemünden an der Wohra nächtigen, der nur wenige Kilometer neben der B 3 lag.
Und danach geht es ab Richtung Hannover und der Übernachtung bei Echt Schaf.
Ihr seid weiter mit dabei?
Wir würden uns freuen…
Happy Camping & Cooking,
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Text | Storytelling | Luftaufnahme: Thomas Luciow
Fotografie | Technische Umsetzung: Sabine Hennek (Genussfotografin)
Interessante und weiterführende Links
> Unsere Themenreise: Deutsche Route 66, Bundesstraße 3 – von süd nach nord
> Gemeinde Gilserberg
> Großer Bericht von Wolfgang Groeger-Meier zur B 3
> Koordinaten Spielstraße „Alte B3“ Google Maps: W2HJ+G5 Gilserberg
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