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Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

– Tagesziel Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
– Wichtiges Zeugnis der Zeitgeschichte
– Denkmalschutz für Marienborn
– Ort der Begegnung, Bildung und Aufarbeitung
– Die Reise geht weiter

Unser nächstes Ziel am Grünen Band entlang war der Harz, anschließend planten wir zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn zu fahren.
Vom Harz hörten wir immer, wie schön er sei, weshalb wir uns für einen Stellplatz in Hahnenklee-Bockswiese entschieden.
Bei der Anfahrt wurden wir aber jäh enttäuscht, denn der Windbruch durch Sturm und Orkan mit all seinen Folgen war unübersehbar. Der Borkenkäfer tat sein Übriges dazu, um weitere Bäume absterben zu lassen.
Die einstmals bewaldeten Flächen gaben ein Bild des Grauens, als wäre eine Bombe mitten hineingefallen. Umgestürzte Bäume, tote Bäume, riesige kahle Flächen, nichts ließ den wohl einstmals schönen Harz erkennen.

Für uns war klar, hier werden wir nicht alt. Obwohl wir auf den Bocksberg als Alternative zum Brocken wollten, entschieden wir uns aufgrund der Umstände dagegen. Aber wir freuten uns auf den Stellplatz direkt am Wald- und Ortsrand, gleich neben der Seilbahn zum Bocksberg und der bekannten Stabkirche der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.

Nach einem stärkenden Frühstück am nächsten Morgen fuhren wir gespannt unserem nächsten Etappenziel, der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn entgegen.

Apropos Stärkung.
Wir sind ja immer in Hippo am Schmurgeln. Wie sieht es da bei euch aus?
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Tagesziel Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Auf dieser Tour entlang des Grünen Bandes musste diese Station unbedingt sein, auch, wenn es mit Geschichte zum selben Thema irgendwann mal genug ist. Entlang des Grünen Bandes Deutschland liegen Stand 2019 48 Grenzmuseen und -gedenkstätten. Dort ist die Geschichte der BRD/DDR in konzentrierter Form aufgearbeitet und dokumentiert.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn jedoch ist ein ganz besonderer Ort, den wir auf dieser Tour keinesfalls auslassen wollten.

Wichtiges Zeugnis der deutschen und europäischen Zeitgeschichte.

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ist ein wichtiges Zeugnis der deutschen und europäischen Zeitgeschichte.
Auf dem Gelände der DDR-Übergangsstelle, kurz GÜSt genannt, befinden sich die Abfertigungshallen und Verwaltungsgebäude an der Autobahn Berlin-Hannover. Man kann nur erahnen, welche immensen Mengen an Fahrzeugen auf diesem riesigen Platz in Warteposition standen.
Aber, dieser westliche Punkt war damals enorm wichtig, da er den demokratischen Westen als bösen Klassenfeind vom kommunistischen Herrschaftsbereich trennte.

Sabine kannte die Grenzübergangsstelle im Original von früheren Zeiten und konnte sich noch genau erinnern, wie der Ablauf der Abfertigung vonstattenging. Mehrmals musste sie diese Schleuse passieren, wenn es zur entfernten Verwandtschaft nach Polen oder Berlin ging.
Sichtkontrolle, Passkontrolle, Personenkontrolle, Fahrzeugkontrolle, Kontrollen über Kontrollen.
Da war der finanzielle Zwangsumtausch ein Klacks dagegen.
Es ist schon sehr beklemmend, wenn einem die Geschichte hautnah präsentiert wird und wir alle dürfen froh sein, dass es keine Mauern und Zäune mehr gibt. Eine Freiheit, die selbst heute nicht jeder zu schätzen weiß.
Viele Zeitzeugen-Berichte ergänzen das Ganze, aus ziviler, wie auch aus der Sicht von Beamten und Beamtinnen. Der Druck auf die Kontrollorgane war enorm. Fehler wurden nicht verziehen und bis in den privaten Bereich bestraft.

Denkmalschutz für GÜSt Marienborn

Die ehemalige Grenzübergangsstation Marienborn wurde im Juli 1990 unter Denkmalschutz gestellt.
Zuvor bestand von keinen Seiten großes Interesse, dieses Kontrollgelände vor dem Verfall zu schützen. Auch gab es einige Individuen, die nicht wussten, wohin mit ihrer überschüssigen Kraft, und betrieben Vandalismus in großem Ausmaße.

1994 wurde man sich dem bewusst, dass dieses Zeitzeugnis ein wertvoller Beitrag zur Landesgeschichte ist. Das Land Sachsen-Anhalt beschloss deshalb 1994 eine Gedenkstätte zu errichten.
Auf einem Teil des ursprünglich 30 Hektar großen Geländes konnten wichtige Gebäude erhalten und saniert werden. Ebenfalls die Struktur im Außenbereich, besonders des Areals für die Einreise wurden erhalten und neben sogenannten Funktionseinheiten dem Denkmalschutz entsprechend restauriert.

Das Servicegebäude und Bereiche des Ausreiseverkehrs fielen der Abrissbirne und dem Bagger zum Opfer, denn man benötigte diesen Platz für eine Tankstelle mit Rastanlage.

Am 13. August 1996 war es dann so weit, die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn wurde feierlich eingeweiht.
Wir waren bei unserem Besuch erstaunt über das ehemalige und weitläufige Kontrollgelände, auf dessen Areal die original historischen Abfertigungsbereiche für in die DDR einreisenden Menschen mit ihren PKWs und LKWs zu bestaunen sind.
Einen separaten Bereich nimmt der Zollbereich ein, wo das Prozedere anschaulich dokumentiert ist. Selbst die Wechselstube der DDR-Staatsbank steht dem interessierten Besucher zur Verfügung, wie der Kommandantenturm der Grenztruppen.
Im weiteren Außenbereich befindet sich ein abgetrennter Bereich für die ehemalige Veterinärkontrolle. Nicht gleich zu erkennen ist das Heizhaus und die Trafostation, flankiert von einem Garagenkomplex und weiteren Funktionsgebäuden.

Sehr aufschlussreich ist die Dauerausstellung “Die DDR-​Grenzübergangsstelle Marienborn. Schauplatz des Ost-​West-​Konflikts im geteilten Deutschland”, die seit dem 17. Juli 2020 im Besucherzentrum geöffnet hat.

Inzwischen besuchen diesen geschichtsträchtigen Ort zwischen 150.000 und 170.000 geschichtlich interessierte Menschen. Man mag es überhaupt nicht nachvollziehen können, welches kranke System an diesem Ort seine Wirkung fand.

Ort der Begegnung, Bildung und Aufarbeitung

Deshalb ist es wichtig, die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn am Leben zu erhalten. Sie ist ein wichtiger Ort und Zeitzeugnis, was das Grenzregime der Sowjetischen Besatzerzone und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik in den Jahren 1945 bis 1989 betrifft. National und europäisch soll es daran erinnern und besonders den Menschen gedenken, die den Querelen ausgesetzt waren.
Nicht nur für junge Menschen bietet es einen Lernort mit interessanten und vielfältigen pädagogischen Veranstaltungen, einen Ort der Begegnung und Bildung, denn die Aufarbeitung dauert an.

Trägerschaft Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Die Trägerschaft hat die landeseigene Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und ist in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes aufgenommen.
Die Gedenkstätte erfährt eine Förderung durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien.
Mit dem Europäischen Kultursiegel wurde die Gedenkstätte 2011 im Verbund des Netzwerks Eiserner Vorhang ausgezeichnet.

Quelle: Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt

Für weitere Informationen geht es hier zur Internetseite:
https://gedenkstaette-marienborn.sachsen-anhalt.de/startseite

Die Reise geht weiter am Grünen Band entlang

Und nun ging es nach so viel geschichtlichem Input weiter Richtung Ostsee.
Ein weiterer Landvergnügen-Stellplatz wartet auf uns.
Wir sind gespannt…

Eure Freizeitnomaden und Genußjunkies
Thomas & Sabine

Text | Storytelling: Thomas Luciow
Bilder | Fotografien: Sabine Hennek (Genussfotografin)

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