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Bienenwachstücher selbst herstellen

Bienenwachstücher selbst herstellen. Mit Bienenwachs getränkte Stofftücher liegen in einer Dreiergruppe zusammengefaltet auf einem grauen Stein. Die Ränder sind in Zickzack geschnitten und das Motiv sind kleine pinkrote Blüten mit Blatt und Stängel auf lindgrünem Untergrund.

Kennt Ihr noch die Plastik-Abdeckhauben von Oma? Die mit dem Gummiring außen herum?
Bei meiner Oma war das ein Standard-Accessoire in der Küche; genauso wie der Tropfenfänger an der Teekanne.
Bienenwachstücher selbst herstellen ist die Alternative zur Alu- und Frischhaltefolie, für zu Hause, unterwegs, oder im ökologischen Vanlife.

Ökologisches Vanlife – geht das?

Nun brauchen wir nicht zu verhehlen, dass das Reisen mit dem Campervan oder Wohnmobil nicht wirklich einen kleinen klimatischen Fußabdruck hinterlässt. Deshalb ist es umso wichtiger, das Vanlife für sich möglichst unter das Motto „Zero Waste“ zu stellen.

Frischhalte- und Alufolien werden immer noch viel zu schnell und unbedacht zur Hand genommen und gerade beim Grillen findet Alu als nicht unbedenkliches Material häufig Einsatz. Außerdem werden die Folien meist nach einmaligem Gebrauch weggeworfen.

In diesem Artikel soll es jedoch nur um das Abdecken, Umhüllen und Trennen von Lebensmitteln und Behältnissen gehen.

Und jetzt die absolut gute Nachricht, man kann diese multifunktionalen und umweltfreundlichen Einwickelundabdecktücher einfach und kostengünstig selbst herstellen – notfalls sogar im Campervan.

Das Thema Öko-Camper – wer oder was ist das‘ haben wir separat behandel.

Bienenwachstücher selbst herstellen

Eigentlich sind Bienenwachs- oder Wachstücher ein alter Hut. Einige Generationen vor uns haben sich dieser einfachen Abdeckung bedient, denn Stoff und Bienenwachs waren gut verfügbar.

Viele Gefäße (und Lebensmittel) waren offen, dicht schließende Deckel nicht selbstverständlich.

Folgendes Material wird benötigt:

> Baumwollstoff möglichst ungefärbt, alternativ bio mit unbedenklichen Farben.
> Bienenwachs, idealerweise vom Bioimker.
> Altes Töpfchen mit „Schnäutzle“ oder scharfer Außgießkante.
> Backpapier und
> Backpinsel
> Bügeleisen

Es lassen sich auch Stoffreste verwenden, alte Bettbezüge und ähnliches.

Wichtig ist, dass der Stoff vor dem Einwachsen gewaschen und gebügelt wurde.

Erhältlich ist Bienenwachs unter anderem als Block, in Tropfen, Platten. Auch alte Kerzenreste lassen gut einschmelzen, allerdings sollte man das geschmolzene Wachs durch ein feines Sieb laufen lassen, um Dochtreste und Brandrückstände zu entfernen.

Andere Formen von Wachs sind ebenfalls möglich, wobei Bienenwachs einige positive Aspekte mehr hat (durch Handwärme flexibel, antiseptisch, riecht gut, natürlichster Ursprung). 

Bienenwachstücher – So wird’s gemacht

Bienenwachstücher – Variante im Backofen

Nach ein oder zwei Tüchern hat man den Dreh heraus, wie viel Wachs der entsprechende Stoff benötigt, um gerade so getränkt zu sein.
Ihr werdet sehen, Bienenwachstücher selbst herstellen ist kein Zauberwerk und relativ einfach.

Wird zu viel Wachs aufgebracht, so bricht dieses sehr leicht und das Tuch ist weniger flexibel.

Achten Sie darauf, dass das Wachs bis in die Ecken dringt.

1.) Backpapier auf das Backblech geben, darauf die Lage Stoff.

2.) Das Wachs bei 80° C im Ofen (Ober-/Unterhitze) im entsprechenden Gefäß schmelzen.

3.) Das Wachs auf dem Stoff verteilen, bzw. in dünnen Fäden auf diesen gießen.

4.) Das Blech in den Ofen und warten, bis der Stoff das Wachs überall aufgesogen hat. Evtl. das Blech auch etwas schwenken, damit sich das Wachs weiter verteilt.

5.) Aus dem Ofen nehmen und das Tuch mit Handschuhen anheben, abtropfen lassen. Währenddessen “trocknet” das Wachs schon. Noch etwas halten, bis das Wachs fest ist. Fertig!

6.) Den Stoffrand mit der Zickzack-Schere beschneiden, damit derWachsüberstand weg ist.

Bienenwachstücher – Variante mit dem Bügeleisen

1.) Das Wachs im entsprechenden Gefäß schmelzen.

2.) Stoff auf eine Lage Backpapier legen und mit dem Pinsel das Wachs auf dem Stoff verteilen, bzw. in dünnen Fäden auf diesen gießen, was wir bevorzugen.

3.) Die zweite Lage Backpapier auflegen, mit dem nicht zu heißen Bügeleisen bei leichtem Druck das Wachs wieder zum Schmelzen bringen und gleichmäßig verteilen. Es erweist sich als nützlich, das Backpapier um einiges größer zu schneiden, als den Stoff. So bleibt das Bügeleisen sauber.

4.) Das obere Backpapier abnehmen und das Wachstuch abkühlen lassen.

5.) Den Stoffrand mit der Zickzack-Schere beschneiden, damit der Wachsüberstand weg ist.

Wachstuch-Beutel

Mit etwas Geschick lassen sich auch Beutel mit gewachstem Stoff herstellen.

Wir empfehlen die Beutel vor dem Wachsen zu nähen und dafür innen zwischen die Stoffe eine Trennschicht aus Backpapier zu legen. Dies verhindert das Zusammenkleben beider Seiten und die Nähmaschine bleibt sauber.

Zuschnittanleitungen für einfache Aufbewahrungsbeutel, oder auch Standbodenbeutel, entnehmen Sie bitte aus entsprechenden Quellen.

Verwendung der Bienenwachstücher

Ideal ist es, wenn das Wachstuch etwas angewärmt werden kann.

Handwärme reicht hier schon vollkommen aus, um das Tuch geschmeidig werden zu lassen und man es an Behältnisse oder Lebensmittel „anschmiegen“ kann. So dichten die Wachstücher erstaunlich gut ab.

Pflege der Bienenwachstücher

In der Regel reicht es aus, das Wachstuch mit einem feuchten Tuch abzuwischen.
Auch eine kurze lauwarme Dusche unter dem Wasserhahn tut seine Dienste.

Sind Rückstände darauf sehr hartnäckig, kann man es auch mit mildem Spülmittel und Schwamm, oder Küchentuch versuchen, wobei es selbstredend ist, keine mit synthetischen Duftstoffen angereicherte Spülzusätze zu verwenden.

Das Tuch danach etwas abtupfen und zum Trocknen aufhängen.

Und vielleicht sollte man das Bienenwachstuch, welches man für den Harzer verwendet hat, nicht unbedingt für etwas anderes verwenden.

Dass Knicke entstehen, ist vollkommen normal. Sind diese zu groß, lassen sie sich ganz einfach wieder wegbügeln (s. Punkt 4.).

Und wenn Sie den Tüchern nicht grob mit der Wurzelbürste oder heißem Wasser kommen, haben Sie lange Freude daran.
Aber selbst dann gäbe es noch eine Rettung: Einfach auffrischen und wie oben verfahren.

Sollten Sie den Aufwand scheuen und sich für einen Kauf entscheiden, achten Sie auf die erwähnten Materialien, um sich keine Schadstoffe einzuverleiben.

Also, frohes Wachsen, Einwickeln, Abdecken und Verschließen.

Wenn ihr wissen wollt, was man abdecken kann, sprich, was man Gutes schmurgeln kann, dann schaut gerne mal auf unserer Seite www.camp-n-cook.de vorbei.

Eure Genußjunkies und Freizeitnomaden

Sabine & Thomas

P.S. Bienenwachstücher sind schöne kleine Geschenke.

Text: Thomas Luciow
Bilder / Fotografie: Sabine Hennek (Genussfotografin)

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